Sonntag, 25. September 2011

White Water Rafting

09.09.11

Heute war White Water Rafting Tag! Und am Anfang lief nichts glatt…
Wir hatten direkt Zeitprobleme und der Bus musste auf uns warten, was ich jetzt hasse, obwohl ich in Deutschland immer Alles und Alle habe warten lassen. Und Susi hasst das glaube ich noch viel mehr.

Jedenfalls bin ich gestern Abend um acht Uhr halbtot, mit Kleidung ins Bett gefallen und nicht mehr aufgestanden, bis mich heute Morgen um fünf die Kälte weckte. Wir sind jetzt nämlich in Mission Beach in Scotty’s Hostel. Gestern sind wir mit einem Taxi um sechs Uhr morgens vom Cairns Beach House zur Bushaltestelle gefahren und sind dort in unseren aller ersten OZ Experience Bus gestiegen. Der war allerdings etwas enttäuschend, da es kein richtiger, sondern ein Ersatzbus war.
Die Fahrt hingegen war gut, auch wenn es etwas eng im Bus war. Man sah viel interessante Landschaft  und die Fahrerin erzählte uns von Sachen und Orten die man unbedingt machen und besuchen sollte.

Kurz vor unserem Ziel, Mission Beach, fuhren wir durch einen Teil des Regenwaldes, der sich bis nach Cape Tribulation hoch erstreckt, in dem der gefährlichste Vogel der Welt wohnt, der Cassowary. Durch einen Wirbelstorm (Yasi) im Februar ist aber enorm viel im Regenwald kaputt gegangen und viele der schon seltenen Tiere sind gestorben oder über die Zeit verhungert. Die Leute hier sind sogar mit Hubschraubern über die Gegend geflogen und haben Früchte fallen lassen, um den Cassowarys zu helfen. Die sind nämlich besonders wichtig für den Regenwald, weil sie ca. 120 verschiedene Früchte essen und dann die Samen im perfekten Dünner wieder ausscheiden und somit eine große Rolle am Erhalt der Vielfalt des Regenwalds spielen. Wenn man hier einen  Cassowary überfährt und einem nachgewiesen wird, dass man zu schnell gefahren ist, soll das so schlimm sein, als hätte man ein Kind überfahren. Deswegen stehen auch überall Warnschilder und Hinweise!

Das Hostel gefällt mir ziemlich gut, alles 
sieht sauber aus und es ist sehr relaxed, nur dass die Zimmer sind ein wenig klein. Wir schlafen in einem Sechsbettzimmer mit zwei anderen und es gibt natürlich leider kein Doppelbett mehr. Der Pool ist extrem cool, relativ groß und am einen Ende drei Meter tief und am Anderen einen Meter. Über dem Pool liegt ein Balken, auf dem wir gestern die ganze Zeit hin und her balanciert sind und ein paar Sachen ausprobiert haben. Es gibt viele Hängematten und sogar echt gut Liegestühle zum Sonnen. Also alles im allem sehr entspannend und urlaublich.



Wie dem auch sei, White Water Rafting! Der Bus musste also auf uns warten und wir mussten im Stress das wichtigste zusammenpacken. Normalerweise überleg ich mir das immer am Abend vorher, aber das hatte ich ja leider versäumt. Im Endeffekt habe ich also Sachen mitgenommen, die völlig überflüssig waren und Anderes vergessen. Meine Kontaktlinsen. Das fiel mir dann auf als ich mich wunderte warum der Regenwald so schwammig aussah. Deswegen hatte ich prompt schlechte Laune und auch der Fahrer war mir nicht allzu sympathisch. Vor Ort mussten wir dann noch für 4$ Schuhe mieten und ich hab mir dann noch ein Neoprenshirt für 6$ gemietet, weil ich nicht frieren wollte; das hat natürlich auch genervt.

Auf der Fahrt zum Tully River wurde es dann schon besser. In Tully wird extrem viel Sugar Cane verarbeitet und Bananen angepflanzt und weil der Zyklon eben alles kaputt gemacht hat, sind Bananen hier auch so teuer. Momentan 13$ das Kilo (vor ein paar Monaten noch 20$!). Wir waren in Gruppe 1. Alle anderen waren schon mit ihren Guides los, nur unserer war noch nicht richtig fertig und der hatte dazu noch einen eher seltsamen Humor. Susi, Nils und Annika, die die 6$ erst nicht ausgeben wollten, haben sich dann doch noch Neoprenshirts angezogen und los ging’s.

Am Anfang schien der Guide eher schwierig als sympathisch, aber wie sich herausstellte hatten wir den Gruppenleiter und erfahrensten Guide. Und langsam wurden wir alle „warm“ und der Guide entpuppte sich als echt cooler Typ, der das Ganze nicht so geleckt aufgelegt gestaltet. Ben, so heißt der gebürtige Kiwi, schien auch Ahnung über die Gegend und Natur zu haben und erzählte öfter interessante Sachen während er uns immer wieder Befehle zu rief. Alle mussten immer schnell reagieren und sich z.B. auf die linke Seite schmeißen wenn er es sagte oder mit eingezogenen Beinen ins Boot setzen. Das Rafting machte Spaß und konnte auch leicht mal gefährlich werden, aber  ich hatte es mir „schlimmer“ und ein wenig aufregender vorgestellt.

Zu Mittag gab es Burger, die man entspannt am Fluss essen konnte. Die Natur am Fluss war schon schön mit anzusehen. Fische schwammen in den Calm Sections nah am Boot und leuchtend blaue Libelle setzen sich auch gerne mal drauf.
Man merkte direkt, dass Ben einen ganz eigenen Lebensstil hat. Er sagte er würde später vielleicht gerne mit Problemkindern arbeiten und sie raus in die Natur bringen, weil viele einfach nicht in dieses strikte Schulsystem reinpassen. Aber er war nicht dieser belehrende Typ, sondern eher ein Adrenalin-Junkie der sich immer neue coole Aktivitäten sucht, die ihn faszinieren. Oft sagte er, wie bewundernswert er Wasser als Element findet und wie die Physik alles beeinflusst und wir eigentlich auch nur aus Wasser bestehen… Also so ein Naturromantiker!

Auf jeden Fall hatten wir viel 
Spaß mit ihm auf der Tour. Und im Endeffekt war ich auch echt froh das Neoprenshirt für 6$ ausgeliehen zu haben. Als wir das Boot aus dem Wasser hievten, erzählte uns Ben, wie sehr ihn das „Geschäft“ stört, und das die anderen drei nichts mehr für ihre Neoprenshirts zahlen müssten und wenn es nach ihm ging, die Fotos, die zwar echt gut, aber einfach mal übertrieben teuer waren, mit im Preis drin wären. Also ein echt cooler Typ. Hat mich zwar geärgert das ich als Einziger für mein Neoprenshirt zahlen musste, aber das war es mir ja wert.

Mit uns im Boot saß noch ein Paar, ein Australier mit seiner englischen Frau. Beide super nett und beiden sahen jünger aus als sie waren. Mit denen habe ich mich während der Tour und der Rückfahrt noch gut unterhalten, unter anderem über meine Zukunft, Kinder und die Job-Wahl. Er ist Anwalt und sie „Umweltschützerin“.
Deshalb fragte ich sie am Ende, ob sie die Arbeit nur aus Überzeugung tun würde oder ob es auch gut bezahlt wird. Natürlich eher das Erste, aber sie hat sich wohl hochgearbeitet, sodass sie 70.000$ im Jahr verdient. Echt gut wie ich finde, dafür dass sie etwas tut womit sie aus Überzeugung angefangen hat! Dann fragte ich ihn und seine Antwort machte mich schon echt baff.
650.000$ im Jahr.
Wahnsinn. Das ist so unglaublich viel Geld.
Und ein ganz normaler Kerl, der mit uns im Boot saß und die Fotos auch nicht kaufen wollte, weil sie ihm ebenfalls zu teuer waren. Dann musste ich natürlich nach Arbeitszeiten und Kinderplänen fragen und so weiter. Das Ganze hat mich schon beeinflusst und ein wenig zum Nachdenken gebracht.



Im Endeffekt weiß ich jetzt natürlich immer noch nicht was das Bessere für mich ist: Mehr Geld, weniger Familie oder weniger Geld, mehr Familie. Natürlich ist das Alles nicht ganz so einfach. Aber ich denke das Wichtigste ist, was man draus macht. Sowas wie das Beste gibt es wahrscheinlich sowieso nicht.

Whatever works, I guess…

Wieder ein Nachtrag (den Luxus kann man sich nur leisten wenn man es zwei Wochen lang versäumt das Geschriebene zu posten…): In der Wet-Season, in der es nicht nur viel heißer ist, sondern auch viel mehr regnet, sollen die Wasserströme viel gewaltiger und schneller sein, sodass das Rafting viel extremer ist und wahrscheinlich auch noch mehr Spaß macht.
Solche Sachen erzählt einem natürlich kein Travel-Agent. Deswegen würde ich eigentlich echt gerne nochmal Raften gehen… aber das passt eher schlecht in den Zeit und Budgetplan. Mal sehen...

Schnorcheln am Great Barrier Reef



07.09.11

Weil wir ja in Cairns relativ weit oben beim Great Barrier Reef waren und dieses am sterben sein soll und evt. In ein paar Jahrzehnten komplett tot, dachten wir uns, dass wir nochmal hier extra auf eine Schnorchel Tour gehen.
Morgens um halb sieben liefen wir die ganze Esplanade entlang bis zu den Yachtliegeplätzen und checkten dann am Reef Terminal ein. Das war eigentlich ein ganz schöner Abschied, weil man nochmal merkte wie schön Cairns eigentlich ist.

Als wäre ich noch nie auf einem „Tauchboot“ gewesen, habe ich natürlich viel zu viel und unwichtige Sachen mitgenommen, nur an sowas wie „Apfelschorle“ (die es hier sowieso gar nicht gibt), habe ich nicht gedacht. Zum Glück gab‘s aber an Board direkt ganz viel Obst und wirklich leckere Kuchen mit Kaffee und Tee.

Raus ging’s auf die See. Die Crew bestand aus einem Franzosen, einem Italiener, einem Deutschen, einem Iren, einer
Australierin und zwei andern, deren Herkunft ich nicht direkt erraten konnte. Alle waren auch recht nett, am Anfang gab es direkt ein paar Lacher und wir entspannten uns auf dem Deck des Boots.

Ein tolles Gefühl, in der Sonne zu relaxen, während das Schiff über das glitzernde Meer fährt und weit und breit sieht man nur blau-türkises Wasser mit ein paar, über die Jahre begrünten, Koralleninseln.

Nach einer kurzen Einleitung und Mahnung, dass wir vorsichtig mit dem Riff sein sollen, ging’s dann auch schon ins Wasser. Die Flossen passten natürlich eher suboptimal, sodass Susi direkt nach fünf Minuten offene Blasen hatte und ich am Ende Flossen anhatte, die mir fast vom Fuß rutschten…
Die Nummer kleiner war viel zu eng. Ich bin es nun mal seit meiner Kindheit gewohnt immer eigene, gut passende Flossen zu haben, deswegen hat es halt beim „Delfin-schlag“ unter Wasser (das ist das Beste wenn man hauch nah über die Korallen düsen will) gestört. Aber fürs restliche Schnorcheln war es ok.

Das Riff war eher grau und farblos, auch wenn es immer mal wieder schöne Dinge zu sehen gab. Ich glaube es war auch viel kaputt, was kein Wunder ist, denn wenn man noch nie Schnorcheln war, gleichen die Flossen mehr einer speziellen Abrissbirne fürs Riff, als einer Fortbewegungshilfe. Vielleicht waren wir auch gerade deshalb an diesem Teil des Riffs, ein extra Teil für Touris, an dem es nicht mehr so schlimm ist, wenn man was kaputt macht.

Nichts desto trotz hat es Spaß gemacht. Ich habe nur die ganzen Korallen und Fische aus Ägypten viel bunter, das Wasser klarer und Wärmer in Erinnerung. Es kann schon sein, dass ich das alles schöner in Erinnerung habe, als es war, aber ich glaube nicht. Die Sichtweite war eher wie in Frankreich, also ein Drittel von dem was ich aus Ägypten kannte und deswegen können die Farben gar nicht so schön leuchten. Es gab allerdings ein paar blau leuchtende Korallen, die ich so vorher noch nie gesehen habe. Zurück auf dem Schiff gab es wieder Früchte und dann ging es auf eine Glasbootfahrt übers Riff.

Danach fuhren wir weiter zu einer Sandbank mitten im Meer, die schön weiß war, auf der wir uns ein wenig in die Sonne legten. Einmal schwamm sogar eine relativ große Schildkröte vorbei! Langsam wurde die „Insel“ kleiner und kleiner und wir schnorchelten zurück zum Boot.





Auf dem Weg lag ein etwas schöneres Riff, welches auf jeden Fall netter war zur erkunden und ich sah sogar einen kleinen Hai aus einer Korallen-höhle hervorschießen und wieder verschwinden.
Wieder am Boot angekommen, sprangen ein paar der Jungs von der Plattform aus ins Wasser und ich probierte erfolgreich den ersten Backflip meines Lebens ins Wasser aus!
Die Rückfahrt in den Hafen war im Gegensatz zur Hinfahrt sehr schauklig und wir konnten nicht oben an Deck bleiben, weil dauernd Wellen und Gischt drüber peitschten. Am Ende wurde uns allen die Hand geschüttelt und wir liefen ein letztes Mal die Esplanade zurück zu unserem Hostel.

Ich schreib diesen Eintrag viel später, sodass alles vielleicht ein wenig nüchterner klingt, als es für mich in dem Moment vielleicht war. Um ehrlich zu sein; es war schön und ein geiles Gefühl, auf einem Boot in der Sonne übers Meer zu fahren, aber einen Tauchurlaub könnte ich mir an einem solchen Riff wirklich nicht vorstellen.
Kurz gesagt das Drum-rum war sehr schön, aber das Schnorcheln, die eigentlich Hauptattraktion, doch etwas enttäuschend.
  Wenn man einmal in Ägypten tauchen war, heißt das noch lange nicht, dass es einem im Grienbergsee keinen Spaß mehr macht, aber wenn man immer hört „It’s the great Barrier Reef, dude. You can see it from the moon.“, bekommt man natürlich Erwartungen und dann ist es nur allzu leicht enttäuscht zu werden.
Natürlich kann ich nicht für gesamte Great Barrier Reef sprechen. Jedenfalls war das dann die letzte Nacht für uns in Cairns, welches wir noch zu vermissen lernten.

Ein kleiner Nachtrag: Zwei Wochen später habe ich von einer Taucherin die gerade in Papua Neuguinea tauchen war (soll wunderschön gewesen sein), erfahren, dass der Zyklon eben auch viel im Great Barrier Reef kaputt gemacht hat und es deswegen gerade nicht so großartig aussieht.
Aber auch sonst soll das Besondere am Great Barrier Reef hauptsächlich sein, das es das größte „Lebewesen“ bzw. Korallenriff der Erde ist. Es ist also eher dafür, als für seine Schönheit berühmt.
Nach wie vor bin ich mir sicher, dass es trotzdem wahnsinnig schöne Stellen gab, gibt und wieder geben wird. Diese haben wir nur leider nicht gesehen.

Aber wir ein Graffiti in einem Hostel hier sagte: „There is no such thing as a bad travelling experience.
Only good stories to tell afterwards.” 

Freitag, 16. September 2011

Uncle Brians


30.08.11

Uncle Brians war die bis jetzt beste Tour die wir gemacht haben.
Eigentlich eine Regenwaldtour, aber es war mehr eine „Schwimm/Spaß-Tour“ was mich aber wenig gestört hat.
Morgens um viertel nach sieben wurden wir von Gus dem Bus und Cousin Brad, ein großer, schlaksiger Typ mit freundlichen Augen und Dreadlocks, abgeholt.



Uncle Brian konnte leider nicht, denn er hatte, wie Cousin Brad ausführlich erzählte, vor neun Monaten einen Unfall; er ist böse ausgerutscht. Zum Glück konnte sich seine Frau gerade noch unter ihn werfen, um den Sturz abzufangen. Und jetzt neun Monate später…
Naja, ich denke alle wissen, wie die Geschichte endet.
Aber ich bin mir sicher, dass Cousin Brad genauso cool, wenn nicht sogar cooler als Uncle Brian ist! Das erste was uns aber auffiel war, dass der Kerl einfach nicht aufhörte zu schnacken… Wir waren die ersten im Bus und jedes Mal wenn wir Zustieg bekamen, sagte Cousin Brad ganz erheitert: „Family, our family has just grown bigger!“, wendete sich zu den Neuen und sagte:
„This is your new family, family! And all of you just look beauuuutiful!“.
Dann stellte er jeden einzelnen mit Namen vor, immer wieder, sodass ich, als wir komplett waren, sogar die meisten aller Namen konnte.
Während der Fahrt brach Cousin Brad gelegentlich mal ein paar harmlose Verkehrsregeln und betonte immer: „It’s only illegal if they catch you!“ und klappte beim überfahren einer gerade rot gewordenen Ampel immer den Sonnenschutz runter. Nach einer weiteren „Cherry-green“-Ampel beruhigte er uns, dass ihn die Polizei, wenn wir erwischt werden, den Führerschein gar nicht wegnehmen könne, weil er eh keinen hat und deswegen wäre es besser, dass wir uns immer alle ducken, sobald wir die Polizei sehen würden.
Bei der weiter Fahrt wurde uns dann klar, dass der Kerl einfach nicht aufhören würden zu reden und langsam fragte man sich, wie man das aushalten sollte.
Denn wie er erklärte war die 1. Regel: „NOBODY sleeps!“ und die 2.: „EVERYBODY get’s wet!“.

Unser erster Stopp war ein wenig ernüchternd, weil der Marsch auf einem geteerten Weg durch den Regenwald doch etwas paradox schien. Und desweiteren war ziemlich viel durch den Cyclon im Februar kaputt. Normalerweise könne man wohl maximal ein, zwei Meter in den Wald gucken und nicht 40 Meter. Wahrscheinlich dauert es an die 30 Jahre bis sich der Regenwald wieder einigermaßen erholt hat.

Der Gang entlang des Flusses mit beeindruckend riesigen, vom Wasser in tolle, weiche Formen geschliffenen Gesteinsbrocken, war aber dennoch schön. Und es gab eine tolle Aussicht von ein paar Plattformen. Aber das Ganze war zum Glück nichts stark belaufen, sodass man die Natur auch ein wenig auf sich wirken lassen konnte! 





Zurück am Bus, gab es leckere Kuchen, Muffins und Kekse mit Getränken. Als wir fertig waren meinte Cousin Brad, dass wir jetzt auch was Gesundes zu uns nehmen müssten und schnappte sich eine große Ameise mit einem grünen Hinterteil und leckte daran. Ach was soll‘s, dachte ich mir und leckte dann auch am Hinterteil einer Ameise! Und ich kann nur sagen, es war extrem sauer, aber eigentlich auch ganz lecker und die Ameisen sollen wohl viel mehr Vitamin C als Zitronen enthalten. Nachdem man die Ameisen wieder absetzte, krabbelten die zwar etwas irritiert aber unversehrt weiter. Der Trick ist wohl, die Ameise ganz leicht am Kopf mit zwei Fingern festzuhalten, damit sie einen nicht beißen können und man ihnen nicht weh tut.
Dann fuhren wir durch den nassesten Ort Australiens, Babinga! Immer wenn wir an einheimischen vorbei fuhren, hupte Brad und die Einheimischen winkten uns zu und wir zurück! Das interessante ist, dass Babinga und Tully seit einigen Jahren einen Wettkampf haben, wer mehr  Niederschlag hat und Babinga gewann das vorletzte Mal mit 6,5 Metern und bekam dann den goldenen Regenstiefel. Das letzte Mal hatte Tully aber 7,1 Meter und Babinga beschuldigte Tully des Schummelns und behielt den Stiefel einfach. Daraufhin baute Tully dann einen riesigen goldenen Regenstiefel, der begehbar ist und am Eingang des Orts steht.
Cousin Brad unterhielt sich auch öfter mal während der Fahrt mit Gus dem Bus, der dann durch Hupen antwortete oder Motor stottern reagierte, was ganz süß und unterhaltsam war. Die armen Autofahrer um uns herum…
Dann fuhren wir auf unseren zweiten und ersten nassen Stopp zu. Nach einem kurzen Marsch in den Wald, kamen wir an unserer ersten Badestelle an. Unter drei Wasserfällen, zu deren Fuß immer ein kleiner Badepool war, fand sich eine Rutsche aus Stein über die das Wasser floss. Von einem  höheren Stein aus Sprang man in den ca. 20 Meter tiefen Pool und schwamm hin zum flacheren Teil der „Rutsche“ und probierte irgendwie hoch zu kommen. Die Algen auf dem Stein waren extrem rutschig, sodass das Ganze nicht so einfach war.



Leider hatte ich etwas Kopfschmerzen und das doch eher kalte Wasser machte das Ganze nicht besser… Aber es machte trotzdem Spaß und ich bin dennoch drei Mal gerutscht. Nach einer Paracetamol ging’s dann auch gleich besser und es ging weiter zum nächsten Ort.
Während der Fahrt hörte Brad natürlich nicht auf zu reden und erzählte uns Halbwahrheiten aus seiner Lebensgeschichte die dennoch amüsant und interessant waren.  Als wir durch einen anderen Ort fuhren, wollte uns Gus seine Freundin, den Milchwagen zeigen. Als dieser aber nicht da war, wurde Gus ganz traurig und fing an zu weinen (Windschutzscheibenreiniger sprühte und die Scheibenwischer wischten hektisch hin und her). Obwohl Brad probierte Gus zu trösten fing der Motor an zu stottern und ging schließlich ganz aus. Der einzige weg wie wir Gus wieder zum fahren bekommen würden, wäre ihn mit einem exotischen Tier welches im Baum hinter uns wohnen würde, erzählte uns Brad. Um das aber zu sehen müssten wir uns alle wieder ducken und ganz leise sein und dann wenn wir unterm Baum sind mit offenen Fenstern so viel Krach wie möglich machen. Als wir direkt unterm Baum standen fragte Brad uns flüsternd ob wir es schon sehen würden, als aber alle ihren Kopf schüttelten rief er:
„On the other side! Now!“
Und wir alle machten so viel Krach wie möglich und sahen eine ältere Dame die aus einer Kiste zwei riesige, bunte Stofftierschlangen/Raupen holte und uns zuwinkte. Das war schon ganz herrlich. Brad erzählte uns dass die das schon seit ein paar Jahren machen und die ältere Dame weder mit irgendjemanden verwand ist noch bekommt sie Geld, sie macht das einfach nur um sich zu freuen und Freude zu bereiten. Und das obwohl wir 25 Minuten zu spät waren… Sehr sympathisch!
Kurz bevor wir beim dritten Stopp des Tages ankamen, erklang perfekt getimed Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“ und beim Finale bot sich uns der Blick auf die berühmten Millaa-Millaa Falls.
Bekannt durch Peter Andre’s Mystical Girl und die Herbal Essences Werbung.
Leider waren wir etwas am frösteln, da sich die Sonne hinter ein paar Wolken versteckte. Die Mädels machten alle das berühmt berüchtigte „Haarspritzspur vorm Wasserfall“-Foto und deshalb dachte ich mir, mach ich das auch mal als Scherz mit meinen 3cm langen Haaren! Hat auch ganz gut geklappt!



Weil ich dann ja schon mal drin war, schwamm ich dann durch den Wasserfall und setzte mich dahinter auf die Steine. Ein Wahnsinns Anblick; zu sehen wie das Wasser über die Kante floss, einzelne Tropfen die fast in der Luft zu schweben schienen und sich alles in diesem gewaltigen Wasserfall ergab, der einen ohne Wehzutun leicht unter die Wasseroberfläche drückte.



Danach stiegen wir alle durchgefroren in den Bus und Brad erzählte uns, das Gus „Snoop Dog“ mag und auch gerne selber rappt, sich das aber nur traut, wenn wir ihn alle mit „Snoop Gus“ anfeuern. Alle hoben ihren Hände in die Luft und riefen im Takt „Snoop Gus!“ und Gus fing an zu bouncen, wie die getuneten Autos in Rap-Videos!

Dann fuhren wir zu einem Restaurant um zu essen und spielten auf dem Weg Geschicklichkeitsspiele. Das Essen war enorm lecker und es war auch echt nett mal Neues zu essen. Die Aussicht war auch toll, ein wenig wie die Toskana nur eben in den Tropen. Als Nachtisch gab es Vanilleeis mit einem frisch gebackenen, flauschigen Schokoladenkuchen mit leckerer Schokoladensoße! Das war toll, weil Nachtisch, vor allem sowas Leckeres, echt selten für uns ist.

Nach einer kurzen Pause fuhren wir weiter und spielten im Bus ein Spiel, bei dem jeder ein Streichholz im Mund hatte und man ohne seine Hände einen kleinen Ring weiter an seinen Sitznachbarn zu geben musste. Sehr lustig wie ich finde, auch weil ich mit Nils der einzige Junge im Bus war…

Als wir wieder zum halten kamen waren wir an einem erloschenen Vulkan angekommen, in dem sich über die Jahrhunderte ein See gebildet hat, in dem wir Schildkröten und Fische sahen und später auch schwammen. Zum Glück war das Wasser etwas wärmer als bei den Millaa-Millaa Falls, obwohl die Sonne schon am untergehen war.



Deswegen sind wir schnell wieder in den Bus, um zu einer Stelle zu fahren an der man mit Glück in der Dämmerung Platypusse beobachten kann. Ein sehr seltsames, scheues Tier, welches nicht Recht Säugetier und nicht Recht Vogel ist. Leider sahen wir nur einen Schatten, aber es gab für jeden eine heiße Schokolade und später auch eine warme Dusche in einem netten Hostel.

Auf der Rückfahrt war es schon dunkel, sodass man eigentlich gut hätte einschlafen können, wenn dann nicht die 266 Kurven am Stück gewesen wären, die teilweise echt wahnsinnig eng waren und ein von rechts nach links warfen.
Dann fing Brad an zu erzählen: „When the night is dark, and the moon…” und alle fingen an zu singen und zu klatschen… Die ganze Rückfahrt durch, zu Songs wie YMCA, 500 Miles und Down Under!
Es war also eine echt tolle Stimmung im ganzen Bus und alle hatten Spaß.

Den ganzen Tag über hatte Brad uns immer wieder erzählt, dass wir eine „family“ seien und „beauuuuutiful“ sind, sodass man am Ende echt etwas traurig war, dass es vorbei war. Alle sagten sich tschüss und alle wurden von Brad noch einmal umarmt, bevor er dann mit Gus in die Dunkelheit verschwand.
Ein echt sympathischer, toller Kerl, der wenn man mit ihm alleine geredet hat auch ganz normal war und sich für einen interessierte.

Alles in allem ein toller Tag mit tollen Fotos und Momenten! 

Cairns


24.08.11-08.08.11

Meine erste Zusammenfassung von einer längeren Zeit, in der auch eigentlich gar nicht so viel passiert ist. 
Cairns ist so eine richtige Urlaub Stadt; es gibt viele Bars, Restaurants und enorm viele Reisebüros, die einem jede erdenkliche Aktivität  anbieten und jeder zu anderen Preisen. 
In Melbourne war alles viel größer und schneller, sodass man einige Sachen vielleicht gar nicht wahrgenommen hat und sich richtig anstrengen musste um etwas zu finden. Hier ist alles recht überschaubar. Es gibt ein großes Shopping Center, in dem diverse Läden und zwei große Supermärkte, Coles und Billo, (beide von der gleichen Kette und direkt neben einander) sind, in denen wir fast jeden Tag einkaufen waren. Dann geht’s in die Stadt, teils Fußgängerzone, teils befahrbar. Laut Susi und Annika kann man hier gut shoppen, aber den Luxus hat sich bisher keiner von uns leisten können.

Highlight ist die Esplanade und die Lagune, die keine Lagune ist, sondern eigentlich nur ein Freibad in der Form einer Lagune, direkt am Meer und mit weißem Sand umrundet. Die Esplanade ist allerdings echt schön, zur einen Seite das Meer und zur anderen eine gut gepflegte, erkundungswerte Parkanlage. Es gibt extra zwei Wege, die durch einen Grünstreifen getrennt werden, der eine für Fußgänger und Jogger und der andere für alles was rollt… Entlang der gesamten Esplanade findet man immer wieder Attraktionen wie z.B. mehrere Fitnesstationen an denen jeder gewisse Teile seines Körpers trainieren kann. Desweiteren gibt es auch drei Volleyball Felder, einen kleinen Kletterberg neben einem großen Baum und einen großzügig angelegten Skaterpark, in dem man überraschender Weise nicht nur Skater, sondern eher Kinder auf Cityrollern findet, die durch die Betonformen jagen, wie ich es mich kaum trauen würde. 
Bestimmt habe ich noch viel ausgelassen, denn ich muss gestehen, dass ich erst drei, vier Mal dort war. Heute Morgen sind Susi und ich um fünf Uhr morgens aufgestanden um den Sonnenaufgang mit anzusehen und als wir an der Esplanade ankamen waren schon viele Jogger unterwegs. Leider versperrten Wolken die Sicht auf die Sonne. 



Unser erstes Hostel, das BHA war eigentlich ziemlich gut, nur die Zimmer waren klein und wir mussten uns mit einem anderen vierer und zwei Einzelzimmern eine Toilette und Dusche teilen. Aber es gab morgens gratis ein gutes Frühstück und die Küche war gut ausgestattet und sauber. Im Hinterhof war ein Pool mit Liegebänken umgeben von Palmen, an dem direkt auch die Essensbereich grenzte und die offene Küche war. Außerdem gab es noch einen Pooltisch der kein Geld kostete! 
Im vorigen Hostel, Melbourne Connection, was zwar sehr „Backpacker-isch“  war, war die Küche ein großes Problem, nie richtig sauber und viele haben einfach ihr eigenes Geschirr nicht abgespült, sodass man vor und nach dem Essen spülen musste. Das war im BHA und auch im YHA anders; bei beiden gab es fest angestelltes Personal, das extra drauf achtete das auch alles irgendwie sauber ist/aussieht. Und dabei kostete eine Nacht nur 20$! Im YHA in Melbourne 31$. Eine andere Reisegruppe die mit uns nach Melbourne geflogen sind, waren im Cairns Beach Hostel, in dem es unbegrenzt freies W-LAN gibt. Also sind auch wir umgezogen.
Zufällig war das mein Geburtstag und ich wurde sogar beschenkt! Eine tolle Geburtstagstorte, Double Chocolat Chips und einen Gorillapod von Susi!:)

 

Das Zimmer im Cairns Beach House war riesig, eigentlich sechs Personen, aber mit nur vier Betten, einem eigenen Bad – und endlich mal ein DOPPELBETT. Und das Beste, wir hatten sogar W-LAN Empfang in unserem Zimmer. Aber die Ernüchterung kam schnell. Bedbugs.
Als Susi und ich uns schlafen legen wollten und die Decke umklappten; Kleine Käfer. Und irgendwie wurden es mehr.
Nach einem Gang zur Rezeption wurden wir dann in ein noch größeres Zimmer verlegt, in dem auch sechs Betten standen. Zum Glück auch ein Doppelbett, aber leider kein Internet mehr… Wir buchten also erst mal für eine Woche, weil man dann oft den siebten Tag umsonst bekommt. Wir mussten jetzt nochmal verlängern und sind nun bis Donnerstag im gleichen Zimmer für 15$! die Nacht, weil es ein Sechserzimmer ist, die beiden restlichen Betten blieben aber bis jetzt leer.

Eigentlich wollten wir schon früher los, aber wir haben relativ früh damit angefangen unsere Tour die Ostküste herunter zu planen und zu buchen. Nils und ich sind von einem Reisebüro ins andere gelaufen, haben uns immer erst beraten lassen und dann am Ende gesagt: „Die machen es für so und so viel, kannst Du das toppen?“. Und so sind wir am Ende nach Peterpan bei Happy Travels angekommen, einer großen Backpacker „Tourorganisation“. Als wir denen unser Programm vorlegten und den Preis nannten, ging das große Gerechne los. Es dauerte über eine Stunde und einen Anruf beim Chef, ob er den Deal machen darf, bis er uns alles 5$ billiger, aber besser als bei Peterpan präsentierte. Das gute bei Happy Travels ist, dass die eine Preisgarantie im Sinne von „Wir schlagen jeden Preis!“, haben.

Unsere Paket umfasst jetzt:
Eine „Regenwald“-Tour mit Uncle Brians, ein Schnorchel Tag am Great Barrier Reef mit der Ocean Freedom, einen OZ Experience Bus Pass von Cairns bis nach Byron Bay, eine White Water Rafting Tour mit Raging Thunder, zwei Nächte auf Magnetic Island im Base Hostel direkt am Strand mit Schnorchel Ausrüstung, Frühstück, Abendessen und Cocktail , zwei Nächte in Airlie Beach, eine Sportsegeltour mit zwei Übernachtungen auf der „Broomstick“ um die Whitsunday Islands, eine Übernachtung bei 1770 wo wir einen Tag auf kleinen Chopper umherfahren (Scooteroo), ein dreistündiger Surfkurs, eine Fahrt raus aufs Meer zum Delphine füttern und zu guter Letzt drei Nächte in Rainbow Beach und zwei Nächte auf Fraser Island wo wir mit einem Geländewagen selbst über die Insel cruisen und campen. 

Ganz schön viel. Und hätten wir alles einzeln gezahlt fast 1900$ teuer. Wir haben 1495$ gezahlt und ich glaube schon einen echt guten Deal bekommen. Aber es ist schon krass so viel Geld auszugeben, ohne richtig gearbeitet zu haben, aber wenn wir die obere Ostküste nicht jetzt machen, dann wetterbedingt erst in einem dreiviertel Jahr...

Bis jetzt haben wir die Tour bis Magnetic Island gebucht, sodass wir danach Mitte September in Ayr sind und dort nach Arbeit suchen. Da wird wohl zurzeit viel geerntet. Fingers crossed…
Melbourne hatte mir auf jeden Fall schon richtig Lust aufs Motorrad fahren gemacht, weil man so viele geile Maschinen gesehen hat; ich würde da aber niemals selbst fahren, weil der Verkehr  viel zu unübersichtlich (Melbournes famous Right Hook Turn) und unvorsichtig ist. Die Leute fahren hier generell viel krasser. Ich weiß nicht ob man in Deutschland aus Respekt, Vernunft oder Angst vorsichtiger fährt, aber hier muss man auch als Fußgänger echt aufpassen. In Cairns bekam ich nicht weniger Lust, nur das hier alle mit T-Shirt und Flip-Flops fuhren. Einzig die Polizei muss in voller, schwarzer Montur die Hitze aushalten. Sonst machen sich die Motorradfahrer hier eher wenig Gedanken um ihren Körper. Wäre der Helm nicht vorgeschrieben, würde der wahrscheinlich auch fehlen.

Die erste Nacht im neuen Hostel war ganz gut, es war auch schön, endlich mal wieder neben Susi schlafen zu können. Leider war die Küche hier nicht so toll. Geschirr bekam man nur gegen Abgabe des Zimmerschlüssels, was total umständlich war, wenn man mal was vergessen hatte und das war meist noch nicht mal richtig abgespült. Dann kam noch hinzu, dass man zum Essen alles erst mal in die „Bar-Area“ tragen musste, die 25 Meter von der Küche entfernt war. Wieder umständlich. Aber man glaubt gar nicht wie viel das freie W-LAN wert ist.
Susi und ich haben uns jetzt zwar einen Internetstick mit 17 GB für 180$ gekauft, aber Videos gucken, Skypen und alles andere was viel Bandbreite benötigt, ist damit nicht drin. Aber sonst war es auch hier ganz schön, nur leider nicht so sauber, weil die Arbeitskräfte Backpacker, die dafür umsonst hier schlafen durften, waren. Es gab eigentlich immer gute Musik in der Bar-Area, generell ist mir der australisch Musikgeschmack, bzw. das was man so in den Reisebüros, Hostel, etc. hört bis jetzt nur sehr abwechslungsreich und sehr gut aufgefallen!

Eine Sache, die mir so durch den Kopf ging, als ich an meinem Geburtstag abends im Bett lag, war, dass ich mich noch nie so viel bewegt hab. Dauernd unterwegs immer was Neues machen, kein Stück Routine.
Das hatte ich vorher noch nie. Wie viel ich Zuhause rumgesessen habe.
Es kam mir so vor als ob ich unglaublich viel Zeit verschenkt und vergeben habe. Zuhause war das Wichtigste, das Alles möglichst bequem und ein gutes Aufwand-Ergebnis-Verhältnis hat.
Ich hoffe, dass ich was von diesem Gefühl mit nach Deutschland nehmen kann.

Einmal waren wir auch „feiern“ und haben uns den hier so berühmten „Goon“ gekauft, das was alle Backpacker trinken, um sich zu betrinken. Vier Liter „Weißwein“ für 12$ und sind ins Gilligans.
Ein Party Hostel, welches enorme Dimensionen hat. Ein extrem cooler Tanzraum, eine leicht überdachte Chillounge und ein riesiger Pool mit 15 Meter großer Leinwand.
Aber es war dann leider doch nicht so cool. Der Tanzraum war zu sehr runter gekühlt und durch die ganzen Flachbildschirme und Leinwände überbeleuchtet, sodass es nicht nur zu hell war, was ich hasse, sondern auch die Lichteffekte überhaupt nicht durch kamen. Außerdem finde ich lenken Musikvideos beim tanzen nur ab. Ein Corona, eigentlich ein Bier, aber wenn ich ehrlich bin, eine 60-40 Mischung aus Bier und Mineralwasser, kostete 7,50$. Dann kam eine Show, bei der in Bikini bekleidete „Damen“ aus verschiedenen Ländern auf einer Bühne „tanzten“ um 100$ zu gewinnen.
Natürlich gewann die, mit den gemachten Brüsten. Nach den Tanzeinlagen wurde den „Damen“ mehr als anzügliche Fragen gestellt. Das ganze verdarb mir dann so richtig die Laune. Eine große Runde Fremdschämen für alle. Aber auch danach, wurde aufm „Dancefloor“ so getanzt, dass ich das erste Mal in meinem Leben merkte, dass ich auch eine „konservative/prüde“ Ader habe.
Oder ich bin einfach nicht so Niveaulos.
Am Wochenende, wenn der Eintritt nicht frei ist, soll es aber um einiges besser sein  und es gibt ja noch viele Bars, in den man auch tanzen kann, wie das Woodshed.

Sachen die mich stören: Es wird nicht recycelt; es wird die Drehzahl in den Krachbereich gezogen, nur um hart an der roten Ampel zu bremsen, die schon seit fünf Sekunden rot ist; überall stehen Hinweisschilder, dass Australien ein sehr trockenes Land ist, in dem Wasser sehr wichtig ist und trotzdem tropft alles, Wasserhahn, Toilette, Dusche.

Noch eine extrem ärgerliche Sache: Wir haben immer noch nicht unsere Bankkarte. Nachdem ich ein paarmal unserer Organisation und der Bank geschrieben habe und dann endlich zwei Briefe von der Westpac Bank bekommen habe, in denen aber keine Karte war, habe ich wieder bei unserer Organisation angerufen. Die musste nämlich immer die Briefe an uns weiterschicken und deshalb habe ich gefragt, ob die mir zwei oder drei Briefe geschickt haben… Zwei. Also bin ich am nächsten Tag zur Westpac 35 Minuten zu Fuß gelaufen um meine Karte zu sperren und eine neue zu beantragen. Eine Stunde später war ich wieder im Hostel und hatte Post von der Westpac. Meine Karte war da.
Da kann wohl jemand nicht richtig zählen in unserer Organisation.
Also wieder hin. „Pech gehabt, kann man nichts machen…“, wurde mir gesagt und die Karte vor meinen Augen zerschnitten.
Also muss ich jetzt noch über eine Woche warten, bis ich dann hoffentlich in Ayr endlich die Karte bekomme.

Morgen machen wir noch unsere Schnorchel-Tour am Great Barrier Reef und Donnerstag geht’s dann auf Richtung Mission Beach, aber erst mal poste ich unsere Regenwaldtour vom letzten Dienstag!

Samstag, 3. September 2011

Flug von Melbourne nach Cairns

23.08.11

Am Mittwoch konnten wir endlich aus dem doch eher bescheidenen Hostel raus und blieben  im WorknHoliday Office bis wir uns auf den Weg machten, unseren Flug, der um 16:20 Uhr ging, zu bekommen.
Erst mal war das Problem, wie wir denn zum Flughafen kommen… Unsere Ansprechpartner der Organisation rieten uns zum „Skyshuttle“, welcher für 16$ pro Person zum Flughafen fährt.
Unglaublich. Für einen einfach Transport zum Flughafen.
Auch nach kurzem Suchen im Internet nach einer billigeren Lösung, ergab sich keine Alternative. Also sind wir mit unseren schweren Backpacks raus auf die Straßen Melbournes, um zur 20 Minuten entfernten Skyshuttle Station zu kommen.

Dann kam mir der Gedankengang: „Man, ist das anstrengend, Mathies würde bestimmt mitm Taxi fahren… Warum eigentlich nicht?“, also bin ich zum Taxi gelaufen. Um die 40$ rief er mir zu. Also immerhin 6$ billiger pro Person! Susi und die Anderen, Annika und Nils, mit denen wir immer noch zusammen in Cairns sind, waren schon weiter, deshalb mussten wir uns ein anderes Taxi suchen. Der sagte uns: Unter 50$.
Lange Geschichte kurz, wir haben am Ende 50$ gezahlt, obwohl der Zähler auf 43,50$ stand und wir dachten, dass er uns richtig gerne mochte. Als ich bezahlen wollte, verstand ich 40$, eben weil ich dachte, dass er ebenfalls nett sei. Also bedankte ich mich, gab ihm 40$ und drehte mich um. Dann kam Nils, der ihn richtig verstanden hatte, aber nicht wusste, dass der Zähler viel niedriger war, und gab ihn die restlichen 10$. Und irgendwie schaffte es keiner von uns zu reagieren bevor der Kerl weg war. Das letzte was er uns im Taxi sagte, war: „Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, fragt hier einfach irgendjemanden, Menschen sind hier nett, hier will einem niemand was!“. Das nenne ich mal selbstironisch.

Immer noch insgesamt 14$ billiger und bequemer als der Shuttle Bus. Trotz des Ärgers lief dann alles ganz gut. Mein Rucksack wog zwar 23kg, obwohl nur 20kg erlaubt sind, aber diesmal hatte ich Glück und erwischte eine wirklich nette Australierin!
Wir mussten zwar nach der Landung etwas auf unsere Abholung warten, aber wir alle waren froh, heile und unversehrt in Cairns angekommen zu sein. Das Klima war top, die Luft feucht und die Stadt viel, viel kleiner als Melbourne. Nachdem wir im neuen Hostel eingecheckt haben, legten wir uns alle erst mal schlafen.

Das funktionierte allerdings nicht so großartig, weil vom Zimmer nebenan viel Krach kam. Irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr zu warten und bin rüber gegangen. Erst als ich das zweite Mal klopfte, öffnete mir ein Mädchen die Tür.
Anscheinend war eine „Riesenkakerlake“ der Grund für den Lärm. Die beiden Jungs saßen mit eingezogen Beinen auf den Hochbetten…
„Hmklar, Riesenkakerlake…“, dachte ich mir, während ich aus der Toilette Papier holte. Als ich dann die Rucksäcke hochhob, wurde ich eines Besseren belehrt. So groß. Locker 6 cm lang. Baah. Zum Glück war ich schlaftrunken und hatte Glück. Die war nämlich ganz schön schnell. Das Geräusch hab ich immer noch im Kopf…
Nachdem ich dann bei uns unter die Betten geguckt hatte und nichts fand, konnte ich auch endlich schlafen

Donnerstag, 1. September 2011

Great Ocean Road

22.08.11



Argh! Ich wünschte, ich müsste das jetzt nicht eine Woche später aufschreiben… 

Aber lieber spät als nie! 
Am Dienstag war der wohl bisher schönste Tag! Um halb sechs mussten wir aufstehen und um sieben ging es in einem Bus auf die Great Ocean Road Tour. In dem Bus war noch eine Gruppe Franzosen und eine Gruppe Japaner, die aber alle nur unter sich blieben. Das war allerdings nur halb so tragisch, weil es sowieso genug zu gucken gab! 
Sobald es raus aus der Stadt ging, fühlte sich alles gleich sehr nach Urlaub an. Schnell sah man die Küste, an der man dann auch die meiste Zeit entlang fuhr. 
Der erste Stopp war an einem leicht begehbaren Strand. Das Bild, welches sich uns dort bot, war jedoch ein wenig irritierend, da es ja nicht sonderlich warm war und ich so einen Ausblick sonst nur im Sommer aus Frankreich oder Spanien gewohnt bin.


Nach Tee & Kaffee ging es weiter und ich muss sagen, dass die Fahrt alleine schon sehr abenteuerlich war! Ich kam natürlich als Letzter und hatte deswegen meinen Kaffee noch nicht leer und nahm ihn mit in den Bus; es war echt nicht leicht den Kaffee zu trinken, ohne was zu verkippen. 

Es ging im Bus mit 80 über steile Hügel und durch scharfe Kurven. Am Anfang hatte ich bei jedem „crest“-Warnschild Angst, dass uns ein vergesslicher Europäer entgegen kommt…


Beim nächsten Stopp haben wir dann auch unsern ersten Papagei gesehen. 
In dem Ort gab es eine Art Triathlon, bei dem man die Lagune durchschwimmen und den Strand und die Straße hochlaufen muss. Wer dann als Erstes den kalten Liter Bier am Ende der Strecke leer trinkt und auf die Theke knallt, hat gewonnen und bekommt 10000$ Preisgeld! 
Das nenne ich mal eine königliche Idee! 

Später wurden wir noch mit Baguettes verwöhnt, wir selbst hatten uns bis dahin nur Nudeln „gegönnt“. Ein paar Kilometer und 4.000.000$-teuren Häusern, direkt an der hoch gelegenen Küste, später, fuhren wir in einen Eukalyptus-Wald, der dort viel wuchs, um Koalas zu entdecken. Obwohl sie sehr gut getarnt waren, haben wir dann schnell welche entdeckt. Die wohl entspann testen Wesen die ich je persönlich gesehen habe. Soll aber am giftigen Eukalyptus liegen!


Dann gab uns unser Guide Körner in die Hand und schwups! Kam gleich ein bunter Papagei auf meinen Arm um zu naschen. Ich muss echt sagen, das war schon eine einmalige Erfahrung. Als alle Futter in der Hand hatten, gab es ein wildes hin- und her der Papageie, da jeder die beste Futterquelle haben wollte. Am Ende hatte ich einen ganz schönen Brocken, der sich mit seinen Krallen leider nicht in meinen Arm, sondern in meine Hand gekrallt hat und 3-4 Papageie im Anflug um ihn zu verjagen, nur durch ein Flügel-ausbreiten verschreckte!



Susi flog sogar ein Papagei auf den Kopf während sie schon einen auf ihrem Arm hatte, aber leider war der Auslöser zu langsam...




Der nächste Halt ab da war der Regenwald. Etwas, was ich so vorher noch nicht kannte. 
Grünes Dickicht, das kaum Sonnenlicht hindurch lässt und eine sehr feuchte und kühle Luft. Uns wurde dann ein 600 Jahre alter Baum  gezeigt, der mich eher weniger faszinierte. Der sah zwar schon gewaltig aus, aber ich muss ehrlich sein, die typischen Attraktionen enttäuschen mich meist eher. 
Abgesehen davon, habe ich gar kein Gespür dafür, was für eine lange Zeit 600 Jahre sind. 
Was mich aber beeindruckte, war ein Baum, der durch einen Zyklon auf 20 Meter Höhe abbrach und dann als Schutzmechanismus sein „Blut“ nach außen verlagerte, um zu verhindern, dass er noch weiter zerbricht. Und die Termiten, die den Baum sonst nicht anrühren können, weil das „Blut“ für sie giftig ist, wissen das und essen einfach die Mitte des gesamten Baumes weg und lassen nur eine hohle Hülle zurück.
Während der gesamten „Regenwaldtour“ liefen wir zum Schutz des Regenwalds nur auf einem festgelegten Pfad, beeindruckend war es aber trotzdem.



Die nächste Station waren die 12 Apostel. Das worauf ich mich vorher schon gefreut habe, wahrscheinlich, weil es eine der wenigen Sehenswürdigkeiten ist, die ich schon vorher kannte. 
Bei der Anfahrt merkte man schon, dass es mehr ein Touri-Ort ist, als alles andere. 
Ich glaube der Guide sprach von über eine Millionen Besucher pro Jahr. 

Nach ein paar Schritten ergab sich dann die erste freie Sicht auf die Apostel. Auch wenn mich das Panorama die ersten paar Sekunden umgehauen hat, muss ich doch sagen, dass mir an dem Ort die Romantik bzw. die Magie fehlt. 
Man steht und bewegt sich nur auf extra angefertigten Wegen und Podesten;  man sieht nur das was man sehen soll. Es fehlt einem komplett die eigene Perspektive. Alles vorgefertigt, vorbestimmt. 
Und das gefiel mir überhaupt nicht. Es war wohl trotzdem sehenswert und ich habe trotzdem die Fotos gemacht, die schon zig Millionen Menschen vor mir gemacht haben, aber ein wenig enttäuscht war ich schon. 
Aber wahrscheinlich ist es immer so mit den wirklich berühmten Sachen. Meistens ist es für mich eher so, dass ich das Bild was ich sehe mit meiner Digicam nicht einfangen kann. Aber in diesem Fall, finde ich die Bilder fast schöner, weil man keinen Zaun, keine Begrenzung darauf sieht. Die sieht man nur wenn man da ist und das Foto macht. 

Es ging weiter zu einer Bucht, an der 1878 ein Schiff verunglückte und es nur zwei Menschen schafften zu überleben. Tom und Eva. Sehr interessante Geschichte wie ich finde! Tom, ein junger Schiffsjunge, hörte nachdem er aus seiner Bewusstlosigkeit aufwachte, die Schreie der 18-jährigen Eva, die sich verzweifelt an einer Wurzel festklammerte. Tom rettete sie und sich in eine Höhle, in der er Eva mit ein wenig Brandy beruhigte. Nach einer gemeinsamen Nacht in der Höhle, kletterte er die unerklimmbare Küste entlang und fand schließlich ein paar Pflanzen bzw. Wurzelstränge die von oben herunterhingen. Er hangelte sich mühsam hinauf und suchte nach Hilfe um Eva retten zu können. Er fand dann auch tatsächlich einen Bauern und beide holten Hilfe und Eva konnte unversehrt geborgen werden. Ob die Beiden sich in der Nacht oder danach näher gekommen sind, bleibt wohl ungewiss... 


Letzter Stopp war die eingefallene London Bridge, auch auf jeden Fall sehenswert und nicht ganz so stark belaufen wie die Apostel.






Auf der Rückfahrt wurde es schon dunkel und man sah die rote, glühende Sonne langsam hinter Hügeln und Bäumen verschwinden. Ein sehr unwirklicher Moment und sehr schön. 

Wieder so ein Augenblick den man nicht hätte einfangen können. 
Alles im allem war die Tour sehr interessant und auch aufregend, wir haben vieles gesehen und erlebt, aber am Ende ging mir alles viel zu schnell, wir hetzten von einem Ort zum anderen, sodass man die Szenerie gar nicht richtig genießen und in sich speichern konnte. 
Deshalb will ich auch gerne, bevor es wieder nach  Deutschland geht, nochmal die Ocean Road sehen, aber dann nicht nur an einem Tag. 

Eine Sache, die mir wirklich andauernd bei der Tour durch den Kopf ging, war, wie geil es sein muss, eine Motorradtour entlang der Küste, über die Hügel, durch die engen Kurven und das tolle Panorama zu machen. Eigentlich geil genug um es sich auf die „to-do-before-I-die“ –Liste zu schreiben.


Was die nächsten zwei Tage folgen wird und folgen muss: Flug von Melbourne nach Cairns, Erste Woche in Cairns und unsere „Schwimm/Regenwald-Tour“!


Achja und Susi hat jetzt endlich ein paar Einträge! Also nochmal: http://suesisaustralia.blogspot.com/

Sonntag, 28. August 2011

Alles Gute zum Geburtstag

- naja, geht doch oder, nochmals alles Gute zum Geburtstag, insbesondere Gesundheit, ganz tolle Erlebnisse bei Euren Unternehmungen, wünschen Dir MAPA.