Sonntag, 25. September 2011

Schnorcheln am Great Barrier Reef



07.09.11

Weil wir ja in Cairns relativ weit oben beim Great Barrier Reef waren und dieses am sterben sein soll und evt. In ein paar Jahrzehnten komplett tot, dachten wir uns, dass wir nochmal hier extra auf eine Schnorchel Tour gehen.
Morgens um halb sieben liefen wir die ganze Esplanade entlang bis zu den Yachtliegeplätzen und checkten dann am Reef Terminal ein. Das war eigentlich ein ganz schöner Abschied, weil man nochmal merkte wie schön Cairns eigentlich ist.

Als wäre ich noch nie auf einem „Tauchboot“ gewesen, habe ich natürlich viel zu viel und unwichtige Sachen mitgenommen, nur an sowas wie „Apfelschorle“ (die es hier sowieso gar nicht gibt), habe ich nicht gedacht. Zum Glück gab‘s aber an Board direkt ganz viel Obst und wirklich leckere Kuchen mit Kaffee und Tee.

Raus ging’s auf die See. Die Crew bestand aus einem Franzosen, einem Italiener, einem Deutschen, einem Iren, einer
Australierin und zwei andern, deren Herkunft ich nicht direkt erraten konnte. Alle waren auch recht nett, am Anfang gab es direkt ein paar Lacher und wir entspannten uns auf dem Deck des Boots.

Ein tolles Gefühl, in der Sonne zu relaxen, während das Schiff über das glitzernde Meer fährt und weit und breit sieht man nur blau-türkises Wasser mit ein paar, über die Jahre begrünten, Koralleninseln.

Nach einer kurzen Einleitung und Mahnung, dass wir vorsichtig mit dem Riff sein sollen, ging’s dann auch schon ins Wasser. Die Flossen passten natürlich eher suboptimal, sodass Susi direkt nach fünf Minuten offene Blasen hatte und ich am Ende Flossen anhatte, die mir fast vom Fuß rutschten…
Die Nummer kleiner war viel zu eng. Ich bin es nun mal seit meiner Kindheit gewohnt immer eigene, gut passende Flossen zu haben, deswegen hat es halt beim „Delfin-schlag“ unter Wasser (das ist das Beste wenn man hauch nah über die Korallen düsen will) gestört. Aber fürs restliche Schnorcheln war es ok.

Das Riff war eher grau und farblos, auch wenn es immer mal wieder schöne Dinge zu sehen gab. Ich glaube es war auch viel kaputt, was kein Wunder ist, denn wenn man noch nie Schnorcheln war, gleichen die Flossen mehr einer speziellen Abrissbirne fürs Riff, als einer Fortbewegungshilfe. Vielleicht waren wir auch gerade deshalb an diesem Teil des Riffs, ein extra Teil für Touris, an dem es nicht mehr so schlimm ist, wenn man was kaputt macht.

Nichts desto trotz hat es Spaß gemacht. Ich habe nur die ganzen Korallen und Fische aus Ägypten viel bunter, das Wasser klarer und Wärmer in Erinnerung. Es kann schon sein, dass ich das alles schöner in Erinnerung habe, als es war, aber ich glaube nicht. Die Sichtweite war eher wie in Frankreich, also ein Drittel von dem was ich aus Ägypten kannte und deswegen können die Farben gar nicht so schön leuchten. Es gab allerdings ein paar blau leuchtende Korallen, die ich so vorher noch nie gesehen habe. Zurück auf dem Schiff gab es wieder Früchte und dann ging es auf eine Glasbootfahrt übers Riff.

Danach fuhren wir weiter zu einer Sandbank mitten im Meer, die schön weiß war, auf der wir uns ein wenig in die Sonne legten. Einmal schwamm sogar eine relativ große Schildkröte vorbei! Langsam wurde die „Insel“ kleiner und kleiner und wir schnorchelten zurück zum Boot.





Auf dem Weg lag ein etwas schöneres Riff, welches auf jeden Fall netter war zur erkunden und ich sah sogar einen kleinen Hai aus einer Korallen-höhle hervorschießen und wieder verschwinden.
Wieder am Boot angekommen, sprangen ein paar der Jungs von der Plattform aus ins Wasser und ich probierte erfolgreich den ersten Backflip meines Lebens ins Wasser aus!
Die Rückfahrt in den Hafen war im Gegensatz zur Hinfahrt sehr schauklig und wir konnten nicht oben an Deck bleiben, weil dauernd Wellen und Gischt drüber peitschten. Am Ende wurde uns allen die Hand geschüttelt und wir liefen ein letztes Mal die Esplanade zurück zu unserem Hostel.

Ich schreib diesen Eintrag viel später, sodass alles vielleicht ein wenig nüchterner klingt, als es für mich in dem Moment vielleicht war. Um ehrlich zu sein; es war schön und ein geiles Gefühl, auf einem Boot in der Sonne übers Meer zu fahren, aber einen Tauchurlaub könnte ich mir an einem solchen Riff wirklich nicht vorstellen.
Kurz gesagt das Drum-rum war sehr schön, aber das Schnorcheln, die eigentlich Hauptattraktion, doch etwas enttäuschend.
  Wenn man einmal in Ägypten tauchen war, heißt das noch lange nicht, dass es einem im Grienbergsee keinen Spaß mehr macht, aber wenn man immer hört „It’s the great Barrier Reef, dude. You can see it from the moon.“, bekommt man natürlich Erwartungen und dann ist es nur allzu leicht enttäuscht zu werden.
Natürlich kann ich nicht für gesamte Great Barrier Reef sprechen. Jedenfalls war das dann die letzte Nacht für uns in Cairns, welches wir noch zu vermissen lernten.

Ein kleiner Nachtrag: Zwei Wochen später habe ich von einer Taucherin die gerade in Papua Neuguinea tauchen war (soll wunderschön gewesen sein), erfahren, dass der Zyklon eben auch viel im Great Barrier Reef kaputt gemacht hat und es deswegen gerade nicht so großartig aussieht.
Aber auch sonst soll das Besondere am Great Barrier Reef hauptsächlich sein, das es das größte „Lebewesen“ bzw. Korallenriff der Erde ist. Es ist also eher dafür, als für seine Schönheit berühmt.
Nach wie vor bin ich mir sicher, dass es trotzdem wahnsinnig schöne Stellen gab, gibt und wieder geben wird. Diese haben wir nur leider nicht gesehen.

Aber wir ein Graffiti in einem Hostel hier sagte: „There is no such thing as a bad travelling experience.
Only good stories to tell afterwards.” 

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