Donnerstag, 1. September 2011

Great Ocean Road

22.08.11



Argh! Ich wünschte, ich müsste das jetzt nicht eine Woche später aufschreiben… 

Aber lieber spät als nie! 
Am Dienstag war der wohl bisher schönste Tag! Um halb sechs mussten wir aufstehen und um sieben ging es in einem Bus auf die Great Ocean Road Tour. In dem Bus war noch eine Gruppe Franzosen und eine Gruppe Japaner, die aber alle nur unter sich blieben. Das war allerdings nur halb so tragisch, weil es sowieso genug zu gucken gab! 
Sobald es raus aus der Stadt ging, fühlte sich alles gleich sehr nach Urlaub an. Schnell sah man die Küste, an der man dann auch die meiste Zeit entlang fuhr. 
Der erste Stopp war an einem leicht begehbaren Strand. Das Bild, welches sich uns dort bot, war jedoch ein wenig irritierend, da es ja nicht sonderlich warm war und ich so einen Ausblick sonst nur im Sommer aus Frankreich oder Spanien gewohnt bin.


Nach Tee & Kaffee ging es weiter und ich muss sagen, dass die Fahrt alleine schon sehr abenteuerlich war! Ich kam natürlich als Letzter und hatte deswegen meinen Kaffee noch nicht leer und nahm ihn mit in den Bus; es war echt nicht leicht den Kaffee zu trinken, ohne was zu verkippen. 

Es ging im Bus mit 80 über steile Hügel und durch scharfe Kurven. Am Anfang hatte ich bei jedem „crest“-Warnschild Angst, dass uns ein vergesslicher Europäer entgegen kommt…


Beim nächsten Stopp haben wir dann auch unsern ersten Papagei gesehen. 
In dem Ort gab es eine Art Triathlon, bei dem man die Lagune durchschwimmen und den Strand und die Straße hochlaufen muss. Wer dann als Erstes den kalten Liter Bier am Ende der Strecke leer trinkt und auf die Theke knallt, hat gewonnen und bekommt 10000$ Preisgeld! 
Das nenne ich mal eine königliche Idee! 

Später wurden wir noch mit Baguettes verwöhnt, wir selbst hatten uns bis dahin nur Nudeln „gegönnt“. Ein paar Kilometer und 4.000.000$-teuren Häusern, direkt an der hoch gelegenen Küste, später, fuhren wir in einen Eukalyptus-Wald, der dort viel wuchs, um Koalas zu entdecken. Obwohl sie sehr gut getarnt waren, haben wir dann schnell welche entdeckt. Die wohl entspann testen Wesen die ich je persönlich gesehen habe. Soll aber am giftigen Eukalyptus liegen!


Dann gab uns unser Guide Körner in die Hand und schwups! Kam gleich ein bunter Papagei auf meinen Arm um zu naschen. Ich muss echt sagen, das war schon eine einmalige Erfahrung. Als alle Futter in der Hand hatten, gab es ein wildes hin- und her der Papageie, da jeder die beste Futterquelle haben wollte. Am Ende hatte ich einen ganz schönen Brocken, der sich mit seinen Krallen leider nicht in meinen Arm, sondern in meine Hand gekrallt hat und 3-4 Papageie im Anflug um ihn zu verjagen, nur durch ein Flügel-ausbreiten verschreckte!



Susi flog sogar ein Papagei auf den Kopf während sie schon einen auf ihrem Arm hatte, aber leider war der Auslöser zu langsam...




Der nächste Halt ab da war der Regenwald. Etwas, was ich so vorher noch nicht kannte. 
Grünes Dickicht, das kaum Sonnenlicht hindurch lässt und eine sehr feuchte und kühle Luft. Uns wurde dann ein 600 Jahre alter Baum  gezeigt, der mich eher weniger faszinierte. Der sah zwar schon gewaltig aus, aber ich muss ehrlich sein, die typischen Attraktionen enttäuschen mich meist eher. 
Abgesehen davon, habe ich gar kein Gespür dafür, was für eine lange Zeit 600 Jahre sind. 
Was mich aber beeindruckte, war ein Baum, der durch einen Zyklon auf 20 Meter Höhe abbrach und dann als Schutzmechanismus sein „Blut“ nach außen verlagerte, um zu verhindern, dass er noch weiter zerbricht. Und die Termiten, die den Baum sonst nicht anrühren können, weil das „Blut“ für sie giftig ist, wissen das und essen einfach die Mitte des gesamten Baumes weg und lassen nur eine hohle Hülle zurück.
Während der gesamten „Regenwaldtour“ liefen wir zum Schutz des Regenwalds nur auf einem festgelegten Pfad, beeindruckend war es aber trotzdem.



Die nächste Station waren die 12 Apostel. Das worauf ich mich vorher schon gefreut habe, wahrscheinlich, weil es eine der wenigen Sehenswürdigkeiten ist, die ich schon vorher kannte. 
Bei der Anfahrt merkte man schon, dass es mehr ein Touri-Ort ist, als alles andere. 
Ich glaube der Guide sprach von über eine Millionen Besucher pro Jahr. 

Nach ein paar Schritten ergab sich dann die erste freie Sicht auf die Apostel. Auch wenn mich das Panorama die ersten paar Sekunden umgehauen hat, muss ich doch sagen, dass mir an dem Ort die Romantik bzw. die Magie fehlt. 
Man steht und bewegt sich nur auf extra angefertigten Wegen und Podesten;  man sieht nur das was man sehen soll. Es fehlt einem komplett die eigene Perspektive. Alles vorgefertigt, vorbestimmt. 
Und das gefiel mir überhaupt nicht. Es war wohl trotzdem sehenswert und ich habe trotzdem die Fotos gemacht, die schon zig Millionen Menschen vor mir gemacht haben, aber ein wenig enttäuscht war ich schon. 
Aber wahrscheinlich ist es immer so mit den wirklich berühmten Sachen. Meistens ist es für mich eher so, dass ich das Bild was ich sehe mit meiner Digicam nicht einfangen kann. Aber in diesem Fall, finde ich die Bilder fast schöner, weil man keinen Zaun, keine Begrenzung darauf sieht. Die sieht man nur wenn man da ist und das Foto macht. 

Es ging weiter zu einer Bucht, an der 1878 ein Schiff verunglückte und es nur zwei Menschen schafften zu überleben. Tom und Eva. Sehr interessante Geschichte wie ich finde! Tom, ein junger Schiffsjunge, hörte nachdem er aus seiner Bewusstlosigkeit aufwachte, die Schreie der 18-jährigen Eva, die sich verzweifelt an einer Wurzel festklammerte. Tom rettete sie und sich in eine Höhle, in der er Eva mit ein wenig Brandy beruhigte. Nach einer gemeinsamen Nacht in der Höhle, kletterte er die unerklimmbare Küste entlang und fand schließlich ein paar Pflanzen bzw. Wurzelstränge die von oben herunterhingen. Er hangelte sich mühsam hinauf und suchte nach Hilfe um Eva retten zu können. Er fand dann auch tatsächlich einen Bauern und beide holten Hilfe und Eva konnte unversehrt geborgen werden. Ob die Beiden sich in der Nacht oder danach näher gekommen sind, bleibt wohl ungewiss... 


Letzter Stopp war die eingefallene London Bridge, auch auf jeden Fall sehenswert und nicht ganz so stark belaufen wie die Apostel.






Auf der Rückfahrt wurde es schon dunkel und man sah die rote, glühende Sonne langsam hinter Hügeln und Bäumen verschwinden. Ein sehr unwirklicher Moment und sehr schön. 

Wieder so ein Augenblick den man nicht hätte einfangen können. 
Alles im allem war die Tour sehr interessant und auch aufregend, wir haben vieles gesehen und erlebt, aber am Ende ging mir alles viel zu schnell, wir hetzten von einem Ort zum anderen, sodass man die Szenerie gar nicht richtig genießen und in sich speichern konnte. 
Deshalb will ich auch gerne, bevor es wieder nach  Deutschland geht, nochmal die Ocean Road sehen, aber dann nicht nur an einem Tag. 

Eine Sache, die mir wirklich andauernd bei der Tour durch den Kopf ging, war, wie geil es sein muss, eine Motorradtour entlang der Küste, über die Hügel, durch die engen Kurven und das tolle Panorama zu machen. Eigentlich geil genug um es sich auf die „to-do-before-I-die“ –Liste zu schreiben.


Was die nächsten zwei Tage folgen wird und folgen muss: Flug von Melbourne nach Cairns, Erste Woche in Cairns und unsere „Schwimm/Regenwald-Tour“!


Achja und Susi hat jetzt endlich ein paar Einträge! Also nochmal: http://suesisaustralia.blogspot.com/

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